visuellepolitik

19. Mai 2010
Neue Flagge für Europa?

Bild: Katharina Seiler, Europe is on, designdenhaag.eu/symbols

12 Sterne, 27 Länder. Nicht nur DesignerInnen ist diese numerische Diskrepanz ein Dorn im Auge, auch EU-BürgerInnen fragen sich immer wieder, warum sich die Europäische Union gerade an diesen, in den 1950er Jahren für den Europarat entworfenen, Sternenkranz so lange klammert. Schließlich habe sich die EU in diesen vielen Jahrzehnten ihres Bestehens auch enorm verändert. Die Ausstellung “Bright Flags” widmet sich diesen Fragen und zeigt eine Auswahl an Neuvorschlägen für eine zukünftige EU-Flagge.

1.400 Vorschläge für ein neues Europa

Bild: designdenhaag.eu/symbols

Mehr als 1.400 DesignerInnen haben sich visuelle Gedanken gemacht, wie sich die Europäische Union, “in Vielfalt geeint”, neu darstellen lässt. Zwar hat eine Jury davon zwölf Stück ausgewählt, die nun auch als “echte” Flaggen ausgestellt werden, doch der Blick auf alle online einsehbaren Einsendungen ist die Zeit wert. Viele adaptierten die bestehende EU-Flagge, indem sie die Farben Azurblau und Goldgelb weiterhin verwendeten, neue Formen hinzufügten oder das Symbol des Sterns neu arrangierten. Andere verwarfen komplett die bestehende EU-Flagge und konstruierten von Grund auf ein neues Symbol für Europa.

Christliches Symbol überholt

Die Suche nach einem neuen Symbol für die EU ist nicht neu, wenn man sich beispielsweise Rem Koolhaas’ Strichcode, zusammengesetzt aus den Farben der Flaggen der EU-Mitgliedsländer, wieder in Erinnerung ruft. Der Grafikbewerb spricht weiters dafür, dass man noch immer auf der Suche nach einer perfekten visuellen Identität für alle 27-EU-Mitgliedsländer ist. Die christliche Zahl 12, “traditionell das Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit” wie es die EU selbst beschreibt, scheint überholt. Trotz des Grafikwettbewerbs beharrt die EU jedoch weiterhin darauf: “Die Flagge bleibt folglich ungeachtet künftiger Erweiterungen der Union unverändert”.

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"Politische Sommerreisen wurden zu einem besonderen Genre politischer Kommunikationsarbeit: Schönes Wetter, schöne Bilder."Bannas, Günter, Quelle: FAZ.NET  | mehr...

 

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